Zweiter Brief von Livia an Tarquinia

Livia Portia an Tarquinia Portia, Baronin von Sarsina:

Ich bin weiterhin am Leben und auf Abenteuersuche. Bannon geht es gut und sein Brief ist diesem beigefügt. Wir befinden uns wieder in Silverdale. Wie ich erwähnte, haben wir Jagd auf einen Vampir gemacht. Dieser stellte sich als Avatar eines Totengottes von der anderen Seite des Meeres heraus. Er machte Jagd auf den Magier, mit dem ich momentan reise, da dieser ein Amulett des Totengottes von dort mitgenommen hatte. Er hatte leider Gelegenheit, einiges Unheil anzurichten, bevor wir ihn töteten. Zuletzt verwandelte er sich in ein fligendes Monster, dass meine Gefährten als ein Abbild des Totengottes beschrieben. Er starb jedoch wie alles andere auch.

Soweit zu meinen Neuigkeiten. Aber kannst du mir mal sagen, wie Caecilius dazu kommt, mit zwölf Jahren bereits als Knappe dienen zu wollen? Wer ist der Ritter, der ihn mitgenommen hat und wer hat ihm das erlaubt? Da Caecilius offenbar noch nicht in der Lage ist, eine Treppe hinunterzusteigen, ohne dabei Schaden zu nehmen, habe ich Zweifel an seinem gesunden Verstand.

Ich gehe davon aus, dass du die Sache unter Kontrolle hast. Vögel müssen flügge werden, aber sie tun es normalerweise erst, wenn sie Federn haben.

Wenn Metellas Bursche ordentlich, ehrenwert und ehrlich ist, und sie ebenso gern hat wie sie ihn, habe ich nichts dagegen einzuwenden. Julilla mag die Sache besser einschätzen, da sie vor Ort ist, sollte sich aber nicht auf den Stand versteifen. Denk daran, dass du jetzt entscheidest, nicht Julilla – und dass Julilla gerne sagte: „Alles, was an einem Mann schöner ist als an einem Affen, ist Verschwendung.“ Entsprechend hat sie meinen Vater ausgewählt.

Dieser Brief ist bereits zwei Seiten lang geworden, also werde ich dir über die seltsamen Bräuche dieses sehr nördlichen Landes im nächsten berichten. Vorerst reisen wir in das Tal Parabor zurück, wo wir überwintern werden. Das Wort ist passend, da der Pass ins Tal durch Massen von Schnee (du erinnerst dich, es schneite einmal in deinem neunten Jahr) unpassierbar im Winter ist. Erwarte meinen nächsten Brief also erst in einem halben Jahr.

Ave atque vale.

Livia.

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